Automatisierte Handhabung als Bewegungsprozess analysieren
Die ESD-Betrachtung folgt dem Produkt über Zuführung, Greifen, Transport, Positionierung, Bearbeitung und Übergabe. Kritisch sind nicht nur einzelne Komponenten, sondern Kontakt- und Trennvorgänge, wechselnde Abstände und isolierte Zustände entlang des gesamten Takts.
| Element | Typische Frage | Bewertung |
|---|---|---|
| Greifer / Endeffektor | Welche Materialien und Produktkontakte entstehen? | Potential, Material, Kontaktfolge |
| Riemen / Rollen | Entsteht Ladung durch Bewegung und Trennung? | Material, Geschwindigkeit, Erdpfad |
| Werkstückträger | Ist das Produkt leitend gekoppelt oder isoliert? | Kontakt, Aufladung, Übergabe |
| Roboter | Sind alle produktnahen Teile kontrolliert? | nicht nur Maschinenmasse betrachten |
| Fördertechnik | Wie verändern Stopper und Übergänge den Produktzustand? | Takt und Geometrie qualifizieren |
| Luft / Vakuum | Beeinflussen Luftstrom oder Saugen die Ladung? | realen Prozesszustand prüfen |
Aufladung im Bewegungsablauf suchen
Kontakt, Trennung, Reibung und Induktion werden über den vollständigen Takt beobachtet. Leerfahrt, Anfahren, Stoppen und unterschiedliche Produktformate können andere Ladungszustände erzeugen als der stabile Serienbetrieb.
Isolierte Leiter und schwebende Produktteile gezielt erfassen
Ein metallisches Teil ist nicht automatisch kontrolliert, nur weil die Maschine geerdet ist. Wenn Greifer, Werkstückträger, Lagerung oder Produktgeometrie eine leitfähige Komponente elektrisch isolieren, kann sie ein eigenes Potential annehmen.
Greifer und Endeffektoren am realen Produktkontakt qualifizieren
Finger, Sauger, Backen, Beschichtungen und Wechselgreifer werden mit ihrem tatsächlichen Material- und Kontaktzustand bewertet. Verschleiß, Reinigung oder Werkzeugwechsel können die ESD-Eigenschaften verändern.
Fördertechnik unter realem Takt prüfen
Riemen, Rollen, Stopper, Übergaben und Puffer werden mit den realen Geschwindigkeiten, Produktabständen und Betriebszuständen betrachtet. Eine Messung im Stillstand bildet bewegungsbedingte Aufladung nicht vollständig ab.
Produktwechsel und neue Formate als Change behandeln
Andere Abmessungen, Materialien, Geschwindigkeiten, Greifer, Werkstückträger oder Taktzeiten können den Ladungs- und Kontaktpfad verändern. Solche Änderungen werden auf notwendige Requalifikation geprüft.
Störung und manuellen Eingriff mitqualifizieren
Bei Störungen werden Türen geöffnet, Produkte entnommen, Greifer gelöst oder Werkstückträger manuell bewegt. Diese Zustände unterscheiden sich vom Serienbetrieb und benötigen definierte EPA-, Werkzeug-, Ablage- und Rückführregeln.
Ionisation nur als spezifische technische Maßnahme einsetzen
Ionisation kann bei unvermeidbaren isolierenden Ladungsquellen sinnvoll sein. Der separate Ionisations-Automation-Guide bleibt Eigentümer für Auswahl, Platzierung, Taktzeit, Monitoring und Verifikation von Ionisationssystemen.
Monitoring aus Risiko und Systemfähigkeit ableiten
Statussignale, Alarme oder Prozessüberwachung können technische Maßnahmen absichern. Es gibt jedoch keine pauschale Pflicht für eine bestimmte Sensorik; Umfang und Reaktion werden aus Risiko, Anlage und Kontrollkonzept abgeleitet.
Automation als Teil der Fertigungslinien-Freigabe qualifizieren
Die Einzelanlage wird nicht isoliert freigegeben. Übergaben zu SMT, THT, Test, Rework und Materialfluss werden in die Fertigungslinien-Qualifikation aufgenommen. Messpunkte, Akzeptanzkriterien, Normalbetrieb und Change-Trigger werden dokumentiert.
- Produktweg und Bewegungszustände erfassen.
- Kontakt-, Trenn-, Reibungs- und Induktionsquellen markieren.
- Greifer, Werkstückträger und isolierte Leiter bewerten.
- Normalbetrieb unter realem Takt qualifizieren.
- Störung, Leerfahrt und manuellen Eingriff separat prüfen.
- technische Maßnahmen und Monitoring verifizieren.
- Änderungen über Change und Fertigungslinien-Requalifikation steuern.
Häufige Fragen zu Automation & Robotik
Quellen und weiterführende Dokumente
Fachlich geprüft
September 2026
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