Mit Tätigkeit und Boden beginnen
Die Auswahl startet nicht beim Schuhkatalog. Zuerst wird geklärt, ob die Person überwiegend sitzt, steht oder mobil arbeitet und auf welchem Bodensystem die Personenerdung funktionieren soll.
| Auswahlbereich | Zu klären | Warum relevant |
|---|---|---|
| Tätigkeit | sitzend, stehend, gehend oder wechselnd? | bestimmt die Rolle der mobilen Personenerdung |
| Boden | welches installierte oder geplante Bodensystem? | Schuh und Boden wirken als System |
| Tragezustand | Socken, Einlagen, Verschmutzung, Feuchte, Schichtdauer? | beeinflusst den realen Erdungspfad |
| Arbeitsschutz | welche zusätzlichen Gefährdungen bestehen? | ESD-Eignung ersetzt keine PSA-Bewertung |
| Prüfung | wie wird die reale Kombination qualifiziert und überwacht? | Produktdaten allein reichen nicht |
Schuh nicht vom Boden entkoppeln
IEC 61340-4-3 beschreibt die elektrische Charakterisierung des Schuhwerks. Für die reale mobile Personenerdung ist zusätzlich die konkrete Kombination mit Person und Boden relevant; IEC 61340-4-5 behandelt genau dieses System.
- Tätigkeit und Bewegungsbereich dokumentieren.
- Bodensystem und dessen vorgesehenen ESD-Zweck klären.
- Schuhanforderungen und zusätzliche PSA-Anforderungen getrennt erfassen.
- Kandidaten im realen Tragezustand bewerten.
- Person–Schuh–Boden-Kombination nach dem festgelegten Verfahren qualifizieren.
- Beschaffung, Reinigung, Austausch und wiederkehrende Kontrolle gemeinsam festlegen.
Beschaffung als Systemfreigabe organisieren
Ein Modellwechsel kann trotz ähnlicher Produktbeschreibung eine neue Kombination erzeugen. Einkauf, ESD-Verantwortliche und Arbeitsschutz sollten deshalb gemeinsam definieren, welche Nachweise vor einer breiten Freigabe benötigt werden.
Praxisfall: Neues Schuhmodell bei unverändertem Boden
Ein neues Schuhmodell erfüllt die vorgesehene Produktcharakterisierung. Für die betriebliche Freigabe wird trotzdem geprüft, ob es mit den tatsächlichen Trägern und dem installierten Boden die erwartete Systemwirkung erreicht.
Häufige Fragen zu ESD-Schuhe auswählen
Quellen und weiterführende Dokumente
- IEC 61340-4-3:2017 – FootwearInternational Electrotechnical Commission
- IEC 61340-4-5:2018 – Footwear/flooring system with a personInternational Electrotechnical Commission
- ISO 20345:2021 + Amd 1:2024 – Safety footwearInternational Organization for Standardization
- Fundamentals of Electrostatic Discharge – Part 3: Basic ESD Control Procedures and MaterialsEOS/ESD Association, Inc.
- DIN IEC/TR 61340-5-2 – BenutzerhandbuchDKE Deutsche Kommission Elektrotechnik
Fachlich geprüft
September 2026
Verwandte Begriffe
Begriff
ESD-Schuhe
ESD-Schuhe stellen gemeinsam mit einem geeigneten Bodensystem einen kontrollierten Erdungspfad für stehende und mobile Personen bereit.
Ratgeber
Personenerdung
Personenerdung verhindert, dass sich Ladung auf Mitarbeitern ansammelt und unkontrolliert in empfindliche Bauteile entlädt.
Ratgeber
Person–Schuh–Boden-System
Das Person–Schuh–Boden-System bewertet die mobile Personenerdung als vollständigen Pfad unter realen Einsatzbedingungen.
Begriff
ESD-Boden
Ableitfähige Bodenbeläge führen Ladung von Personen und Transportmitteln kontrolliert zur Erde ab.
Begriff
Fersenband
Ein ESD-Fersenband ergänzt geeignetes Schuhwerk um einen leitfähigen Kontakt vom Körper zum ESD-Boden.
Begriff
Personentester
Ein ESD-Personentester kontrolliert den tatsächlich getragenen Erdungspfad von Handgelenkband oder Schuhwerk mit der Person.
Ratgeber
ESD-Schuhe prüfen
ESD-Schuhe als einzelnes Produkt prüfen und die Aussage von Person-Schuh-Boden- sowie Walking-Tests sauber abgrenzen.
Ratgeber
Person-Schuh-Boden-System messen
Das Person-Schuh-Boden-System als vollständiges System qualifizieren und im Betrieb verifizieren.
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Walking Test
Der Walking Test bewertet die Körperspannung einer Person beim Gehen mit einer konkreten Schuh-Boden-Kombination.
Ratgeber
ESD-Schuhe bestehen die Prüfung nicht: Fehlersuche
Fehlgeschlagene Personentests bei ESD-Schuhen geordnet untersuchen, ohne Messergebnisse vorschnell zu deuten.
Vorlage
Schuh-/Boden-Assistent
Tätigkeit, Boden, Personenerdung und Prüfziel einordnen und eine herstellerneutrale Systemroute mit offenen Prüfpunkten ableiten.