ESD-Wissen

Themenwelt Personenerdung

ESD-Schuhe auswählen: System statt Produktlabel

ESD-Schuhe werden für den konkreten Person–Schuh–Boden-Pfad ausgewählt. Entscheidend sind Tätigkeit, vorhandener Boden, realer Tragezustand, zusätzliche Arbeitsschutzanforderungen und der spätere Nachweis der Systemwirkung; die Produktbezeichnung allein belegt keine wirksame Personenerdung.

Mit Tätigkeit und Boden beginnen

Die Auswahl startet nicht beim Schuhkatalog. Zuerst wird geklärt, ob die Person überwiegend sitzt, steht oder mobil arbeitet und auf welchem Bodensystem die Personenerdung funktionieren soll.

Auswahlfragen für ESD-Schuhwerk
AuswahlbereichZu klärenWarum relevant
Tätigkeitsitzend, stehend, gehend oder wechselnd?bestimmt die Rolle der mobilen Personenerdung
Bodenwelches installierte oder geplante Bodensystem?Schuh und Boden wirken als System
TragezustandSocken, Einlagen, Verschmutzung, Feuchte, Schichtdauer?beeinflusst den realen Erdungspfad
Arbeitsschutzwelche zusätzlichen Gefährdungen bestehen?ESD-Eignung ersetzt keine PSA-Bewertung
Prüfungwie wird die reale Kombination qualifiziert und überwacht?Produktdaten allein reichen nicht

Schuh nicht vom Boden entkoppeln

IEC 61340-4-3 beschreibt die elektrische Charakterisierung des Schuhwerks. Für die reale mobile Personenerdung ist zusätzlich die konkrete Kombination mit Person und Boden relevant; IEC 61340-4-5 behandelt genau dieses System.

  1. Tätigkeit und Bewegungsbereich dokumentieren.
  2. Bodensystem und dessen vorgesehenen ESD-Zweck klären.
  3. Schuhanforderungen und zusätzliche PSA-Anforderungen getrennt erfassen.
  4. Kandidaten im realen Tragezustand bewerten.
  5. Person–Schuh–Boden-Kombination nach dem festgelegten Verfahren qualifizieren.
  6. Beschaffung, Reinigung, Austausch und wiederkehrende Kontrolle gemeinsam festlegen.

Beschaffung als Systemfreigabe organisieren

Ein Modellwechsel kann trotz ähnlicher Produktbeschreibung eine neue Kombination erzeugen. Einkauf, ESD-Verantwortliche und Arbeitsschutz sollten deshalb gemeinsam definieren, welche Nachweise vor einer breiten Freigabe benötigt werden.

Praxisfall: Neues Schuhmodell bei unverändertem Boden

Ein neues Schuhmodell erfüllt die vorgesehene Produktcharakterisierung. Für die betriebliche Freigabe wird trotzdem geprüft, ob es mit den tatsächlichen Trägern und dem installierten Boden die erwartete Systemwirkung erreicht.

Häufige Fragen zu ESD-Schuhe auswählen

Quellen und weiterführende Dokumente

Fachlich geprüft

September 2026

Begriff

ESD-Schuhe

ESD-Schuhe stellen gemeinsam mit einem geeigneten Bodensystem einen kontrollierten Erdungspfad für stehende und mobile Personen bereit.

Ratgeber

Personenerdung

Personenerdung verhindert, dass sich Ladung auf Mitarbeitern ansammelt und unkontrolliert in empfindliche Bauteile entlädt.

Ratgeber

Person–Schuh–Boden-System

Das Person–Schuh–Boden-System bewertet die mobile Personenerdung als vollständigen Pfad unter realen Einsatzbedingungen.

Begriff

ESD-Boden

Ableitfähige Bodenbeläge führen Ladung von Personen und Transportmitteln kontrolliert zur Erde ab.

Begriff

Fersenband

Ein ESD-Fersenband ergänzt geeignetes Schuhwerk um einen leitfähigen Kontakt vom Körper zum ESD-Boden.

Begriff

Personentester

Ein ESD-Personentester kontrolliert den tatsächlich getragenen Erdungspfad von Handgelenkband oder Schuhwerk mit der Person.

Ratgeber

ESD-Schuhe prüfen

ESD-Schuhe als einzelnes Produkt prüfen und die Aussage von Person-Schuh-Boden- sowie Walking-Tests sauber abgrenzen.

Ratgeber

Person-Schuh-Boden-System messen

Das Person-Schuh-Boden-System als vollständiges System qualifizieren und im Betrieb verifizieren.

Ratgeber

Walking Test

Der Walking Test bewertet die Körperspannung einer Person beim Gehen mit einer konkreten Schuh-Boden-Kombination.

Ratgeber

ESD-Schuhe bestehen die Prüfung nicht: Fehlersuche

Fehlgeschlagene Personentests bei ESD-Schuhen geordnet untersuchen, ohne Messergebnisse vorschnell zu deuten.

Vorlage

Schuh-/Boden-Assistent

Tätigkeit, Boden, Personenerdung und Prüfziel einordnen und eine herstellerneutrale Systemroute mit offenen Prüfpunkten ableiten.

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