Nicht den Ionisator, sondern den Produktort zum Bezugspunkt machen
Der zentrale Bezugspunkt ist die Stelle, an der das empfindliche Produkt während der kritischen Prozessphase liegt. Von dort rückwärts werden Wirkzone, Abstand, Ionenweg und Geräteposition geplant. Eine freie Position direkt vor dem Gerät ist wertlos, wenn das ESDS dort nie liegt.
Abstand und Geometrie gemeinsam betrachten
Mit zunehmender Distanz können Neutralisationszeit und erreichbare Wirkung anders ausfallen als in kurzer Prüfdistanz. Gleichzeitig bestimmen Winkel, Montagehöhe und Größe der Zielzone, ob der tatsächliche Produktbereich erreicht wird. Deshalb wird keine universelle Montageentfernung angegeben.
| Faktor | Prüffrage | Risiko bei Nichtbeachtung |
|---|---|---|
| Produktort | Wo liegt das ESDS während der kritischen Phase? | Prüfung erfolgt am falschen Ort |
| Abstand | Welche reale Distanz besteht im Nutzungszustand? | zu lange Neutralisationszeit |
| Winkel | Ist die relevante Fläche im Ionenweg? | Teilbereiche bleiben unzureichend erreicht |
| Hindernisse | Verdecken Hände, Vorrichtungen, Träger oder Gehäuse die Zone? | Abschattung |
| Luftströmung | Wirken Absaugung, Lüftung oder Prozessluft entgegen? | Ionen erreichen das Ziel nicht stabil |
| Bewegung | Verändert sich der Produktort im Takt? | statische Messposition bildet Prozess nicht ab |
Abschattung im echten Arbeitsablauf prüfen
Eine Position kann im leeren Arbeitsplatz gut erscheinen und im Betrieb durch Hände, Werkzeug, Vorrichtungen, Behälter oder geöffnete Gehäuse teilweise abgeschattet werden. Die Platzierung wird deshalb im typischen Nutzungszustand beurteilt.
Luftströmung kann helfen oder die Wirkung verschieben
Ionentransport hängt vom konkreten System und der Luftführung ab. Eigenluft des Geräts, Druckluft, Raumlüftung, Absaugung oder Prozessströmungen können den Weg der Ionen verändern. Sichtbare Luftbewegung allein beweist keine wirksame Neutralisation am Produktort.
Mehrere Ionisatoren nach Wirkzonen statt nach Flächenmaß verteilen
Bei größeren oder komplexen Bereichen werden einzelne Wirkzonen und kritische Prozessorte aufgenommen. Mehrere Geräte werden nicht allein nach Quadratmetern verteilt, sondern so, dass die benötigten Produktpositionen und Übergänge im realen Prozess abgedeckt und später prüfbar sind.
Bewegte Produkte im Prozessverlauf bewerten
In automatisierten Anlagen kann ein Produkt nur kurz oder in wechselnden Abständen im Ionisationsbereich liegen. Platzierung, Produktgeschwindigkeit und Taktzeit müssen deshalb zusammenpassen. Die spätere Spezialseite zur Automation vertieft diese Integration.
Endposition erst nach Messung freigeben
Die geplante Position ist zunächst eine technische Hypothese. IEC 61340-4-7 liefert Prüfmethoden zur Bewertung von Ionisationssystemen. Für die betriebliche Freigabe wird die tatsächliche Leistung an den relevanten Produktpositionen und im vorgesehenen Betriebszustand verifiziert.
- kritischen Produktort und Prozesszustand markieren.
- mögliche Ionisatorpositionen geometrisch prüfen.
- Abstand, Winkel, Hindernisse und Luftströmung dokumentieren.
- Arbeitsablauf beziehungsweise Produktbewegung real nachstellen.
- Messpositionen aus den relevanten Produktorten ableiten.
- Neutralisationsverhalten und Balance nach festgelegtem Verfahren prüfen.
- freigegebene Position und Geräteeinstellung dokumentieren.
Nach Umbauten die Platzierung erneut hinterfragen
Neue Vorrichtungen, andere Gehäusepositionen, Absaugungen, Lüfter, Werkzeuge oder Taktänderungen können die ursprünglich qualifizierte Wirkzone verändern. Solche Änderungen werden deshalb als möglicher Requalifikations-Trigger behandelt.
Praxisfall: Ionisator hinter einer Vorrichtung
Ein Tisch-Ionisator steht in kurzer Distanz zum Arbeitsplatz, die Baugruppe liegt jedoch während der Bearbeitung hinter einer hohen Vorrichtung. Statt nur den Geräteabstand zu dokumentieren, wird die Messung am tatsächlichen Baugruppenort durchgeführt. Zeigt sich dort eine unzureichende Wirkung, wird Position oder Systemkonzept angepasst.
Häufige Fragen zu Ionisator platzieren
Quellen und weiterführende Dokumente
- IEC 61340-5-1:2024 – General requirementsInternational Electrotechnical Commission
- IEC TR 61340-5-2:2018 – User guideInternational Electrotechnical Commission
- IEC 61340-4-7:2025 – Standard test methods for ionizationInternational Electrotechnical Commission
- Fundamentals of Electrostatic Discharge – Part 3: Basic ESD Control Procedures and MaterialsEOS/ESD Association, Inc.
Fachlich geprüft
September 2026
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