ESD-Wissen

Themenwelt Verpackung & Logistik

ESD-Shielding-Bags für ESDS auswählen

Ein Shielding Bag wird gewählt, wenn das ESDS auf seiner Route gegen äußere elektrostatische Entladungen geschützt werden muss. Entscheidend sind die nachgewiesene Entladungsabschirmung des konkreten Beutels, eine für das Produkt geeignete Innenseite, passender Verschluss und der Zustand im vorgesehenen Versand- oder Lagerprozess. Farbe und metallischer Glanz reichen als Nachweis nicht aus.

Zuerst Route und Schutzbedarf bestimmen

Innerhalb einer kontrollierten EPA können andere Verpackungsfunktionen genügen als auf einem Weg durch Flur, Lager, Paketdienst oder beim Kunden. Die Verpackung muss zur Empfindlichkeit des Produkts, zu den Übergaben und zum Ort passen, an dem sie wieder geöffnet wird. Ein Abschirmbeutel ist dabei eine mögliche Schutzebene, keine automatisch vollständige Versandverpackung.

Fragen vor der Beutelauswahl
PrüfpunktEntscheidungsfrageFolge für die Spezifikation
RouteVerlässt das ESDS die EPA oder gibt es unkontrollierte Übergaben?erforderliche Entladungsabschirmung und Verpackungsebene festlegen
ProduktkontaktBerührt die Innenseite Bauteile, Anschlüsse oder Baugruppe?geringe Aufladung, Sauberkeit und Verträglichkeit prüfen
BewegungKann das Produkt im Beutel scheuern oder gegen den Verschluss stoßen?Fixierung und mechanischen Abstand ergänzen
ÖffnungWo und wie wird der Beutel geöffnet und erneut verschlossen?Arbeitsanweisung, Verschluss und Wiederverwendung regeln

Abschirmung als eigene Eigenschaft nachweisen

Niedrige Aufladung, kontrollierte Ableitung und Entladungsabschirmung sind unterschiedliche Eigenschaften. Ein Widerstandswert allein beweist nicht die Abschirmleistung eines Beutels. Für einen Shielding Bag gehören deshalb Herstellerangaben und ein zum Beutel passender Nachweis der Entladungsabschirmung in die Auswahlakte; ANSI/ESD STM11.31 beziehungsweise das technisch äquivalente IEC-Verfahren adressiert die Prüfung von Abschirmbeuteln.

  1. ESDS, Handhabung und Transportweg beschreiben.
  2. Benötigte Funktionen für Innenkontakt, Ableitung und Entladungsabschirmung getrennt festlegen.
  3. Beutelbauart, Größe, Innenseite und geeigneten Verschluss spezifizieren.
  4. Prüfberichte, Materialidentität und Geltungsbereich der Nachweise abgleichen.
  5. Beutel mit Produkt, Polsterung und Außenverpackung im realen Ablauf qualifizieren.
  6. Beschädigung, Wiederverwendung und erneutes Verschließen im Betrieb regeln.

Verschluss und mechanische Schutzkette mitdenken

Eine geeignete Folie hilft nicht, wenn das Produkt unkontrolliert aus dem Beutel herausragt, der Verschluss offen bleibt oder Anschlüsse die Schicht durchstoßen. Beutelgröße, Naht, Verschlussart, Etikettierung und Polsterung werden als Teil der freigegebenen Konfiguration bewertet. Feuchte- oder Korrosionsschutz erfordert gegebenenfalls zusätzliche, separat nachgewiesene Eigenschaften.

Praxisfall: Baugruppe verlässt die EPA

Eine offene Baugruppe wird innerhalb der EPA in einen passenden Abschirmbeutel gelegt. Vor dem Transport wird sie so fixiert, dass Stecker und Kanten die Beutelwand nicht beschädigen. Der Beutel wird nach freigegebener Methode geschlossen und erst am vorgesehenen ESD-Arbeitsplatz wieder geöffnet. Die Transportkiste übernimmt den mechanischen Schutz; ihre ESD-Eignung wird nicht allein aus dem Beutel abgeleitet.

Häufige Fragen zu Shielding Bags auswählen

Quellen und weiterführende Dokumente

Fachlich geprüft

September 2026

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